Der Sommer ist die perfekte Jahreszeit um Roséweine zu genießen. Am See, im Garten oder auf der Terrasse – Rosé erfrischt und bezaubert zugleich mit vielfältigen Aromen und toller, im Sonnenlicht schimmernder Farbe. Wir möchten euch unsere liebsten Rosé des Jahres 2023 präsentieren und versprechen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei.
Wenn im Sommer die Temperaturen steigen, verändern sich unsere Trinkgewohnheiten bezüglich Wein. Schwere, voluminöse und tanninhaltige Rotweine bleiben immer öfter im Keller. Sie schaffen es frühestens in den späten, kühleren Abendstunden auf den Tisch. Viele schätzen nun Weißweine, einen schönen Schaumwein (kennt ihr bereits unsere Champagner-Empfehlungen?) oder gar leichtere, fruchtige Rotweine wie z.B. Pinot Noir, Trollinger und Mencia aus dem Kühlschrank. Kein Stoff verkörpert aber so sehr die sommerliche Seite des Weines wie der Rosé. Wir dürfen euch einige unserer Favoriten aus Deutschland präsentieren, die sehr verschiedene Rosé-Stilrichtungen abdecken. Natürlich darf aber auch ein Vertreter aus der französischen Provence nicht fehlen.
- Traubenwerkstatt Rosé 2022 – Für Rieslingliebhaber
- Albrecht Schwegler Rosé 2019 – Harmonisch und Ausgewogen
- G.A. Heinrich Von Edelreich 2021 – Subtiler Naturwein
- Maison Saint Aix, AIX Rosé 2022 – Provenzaler Stereotyp
- Markus Schneider Saigner 2022 – Pfälzer Provence
- Graf Neipperg Lemberger Rosé 2021 – Stoffige Eleganz
Traubenwerkstatt Rosé 2022
– Für Rieslingliebhaber

Dieser Roséwein aus Württemberg ist noch ein echter Geheimtipp, speziell für alle, die es knackig-frisch und furz-trocken mögen. Er stammt von einem kleinen, noch jungen Weingut und wird aus Lembergertrauben gekeltert. In der Nase duftet er ansprechend nach Hagebutten- und Sanddorntee, am Gaumen gesellt sich noch Grapefruit hinzu und nur ein Hauch roter Frucht. Er hat eine wirklich zupackende Säure und eine leichte Phenolik, die ihn sehr trinkanimierend macht. Ein Monument in Kargheit und Finesse mit sommerlich-leichten 11,5% Vol. Alkohol, der zu polarisieren vermag, aber sicherlich nicht nur Rieslingtrinker glücklich macht. Probiert ihn aus. www.traubenwerkstatt.de / 9,00 €
Albrecht Schwegler Rosé 2019
– Harmonisch und Ausgewogen

Eine Autostunde entfernt von der Traubenwerkstatt ist man bereits im Remstal bei Stuttgart. Der Rosé kam aus dem privaten Bestand und verfügt somit über eine gewissen Reife. Altersweise tut er keinem mehr weh und zeigte sich gefällig, ausgewogen und harmonisch im Glas. Er wird aus Trollinger, Spätburgunder und Syrahtrauben gekeltert, die ihm eine tiefere rosa Farbe verleihen. Außerdem wird er teilweise im Holz ausgebaut. Der Holzausbau, den man im Remstal öfter im Rosébereich findet, bringt natürlich zusätzliche Komplexität und Ausgewogenheit. Es dominieren Aromen von Aprikose und Bittermandel, dazu gesellen sich Kumquats und Gewürze. www.albrecht-schwegler.de / 12,50 €
G.A. Heinrich Von Edelreich 2021
– Subtiler Naturwein

Dieser Roséwein aus Württemberg ist eigentlich ein Schillerwein bzw. Rotling, das heißt gleichzeitig aus rotem Trollinger und weißer Scheurebe gekeltert. Er zeigt ein dunkleres und trübes Rosa, welches sofort den Verbleib der Hefe im Getränk deutlich macht. In der Nase ist er zunächst floral, leicht parfümiert und laktisch, am Gaumen aromatisch ebenfalls subtil, aber super saftig mit gut eingebundener Säure. Der Wein erinnerte uns im positivsten Sinne an Yogurette mit seiner Kombination von Schokolade, Joghurt und roter Beerenfrucht. Die Hefe des trüben Stoffs gibt dem Wein Fülle und Tiefe. Dieser Roséwein ist perfekt für alle, die einen unkonventionellen und spannenden Wein entdecken wollen. www.weingut-heinrich.de / 14,50 €
Maison Saint Aix, AIX Rosé 2022
– Provenzaler Stereotyp

Ein bekannter „junger Klassiker“ aus der Provence, der gerne auch in Magnum, Doppelmagnum oder noch größeren Kalibern vermarktet wird. Mit ihm ist es wie mit Veuve Cliquot. Man möchte einen Bogen um die vermeintliche Massenware machen, muss aber feststellen, hier ist Spaß im Glas (auch mit den 13% Vol. Alkohol). Die charakteristische Vielschichtigkeit der Provence ist unverkennbar: Die zarte rosa Farbe, die saftigen roten Beeren, Zitrone, Kirsche, Minze, Kräuter und Grapefruit mit bitterer Schale. Im Abgang nimmt der Grenache die Abzweigung in Richtung Cremigkeit und Schokolade. Ein wahrhaftiger Botschafter der Provence. www.aixrose.com / 15,00 €
Markus Schneider Saigner 2022
– Pfälzer Provence

Everybody’s Darling Markus Schneider spielt natürlich auch in Sachen Roséwein in Deutschland vorne mit. Der Name Saigner bedeutet “bluten” und beschreibt das spezielle Herstellungsverfahren dieses Weines. Der Traubensaft wird ohne zusätzliches Pressen von den eingelagerten Trauben abgezogen und zu Roséwein verarbeitet. Die Trauben werden „natürlich“ aufkonzentriert, was den daraus gekelterten Rotweinen gut tut. Win-Win also. Schneider verwendet so ziemlich jede Rotweinsorte, die ihm zur Verfügung steht: Cabernet Sauvignon, Cabernet Dorsa, Merlot, Cabernet Franc, Syrah und Blaufränkisch, was zu einem fruchtigen und spannenden Roséwein führt. Am Tag des Öffnens noch maskulin und kräftig, wird am Folgetag ein fast schon provenzal-filligraner Rosé daraus. www.weingutschneider.de / 11,90 €
Graf Neipperg Lemberger Rosé 2021
– Stoffige Eleganz

Unsere Reise endet wieder in Württemberg mit dem Lemberger Rosé, einer von drei Roséweinen aus dem adligen Hause von Graf Neipperg. Die grundlegenden Richtung zeigt Parallelen zum Lemberger der Traubenwerkstatt. Der Wein präsentiert sich mit ähnlicher Säure, aber mehr Fülle und Tragkraft, die dieser entgegensteht. Ein weicher und eleganter Abschluss und ganz bestimmt ein weiterer Rosé mit dem man, zu schwabenfreundlichem Preis, kaum etwas falsch machen kann. www.graf-neipperg.de / 7,70 €